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De Verschrikkingen van het ijs en de Duisternis - klicken für größeres Bild
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De Verschrikkingen van het ijs en de Duisternis - Notenbeispiel
Notenbeispiel
Titel De Verschrikkingen van het ijs en de Duisternis  NEU! 
Artikel-Nr. 4123206
Kategorie Blasorchester/HaFaBra
Unterkategorie Zeitgenössische Bläsermusik (1945-heute)
Besetzung Ha (Blasorchester)
Format/Umfang PrtStm (Partitur und Stimmen); Leihmtrl (Leihmaterial)
Erscheinungsland Niederlande (nl)
Verlag * Molenaar Edition
Verlags-Artikelnr. * MOL 013729090
Komponist Janssen, Harrie
Schwierigkeitsgrad 6
Dauer 35:00
Zusatzinfo/Inhalt Die Österreichisch-Ungarische Nordpolexpedition (1872–1874) unter Carl Weyprecht und Julius von Payer startete mit dem Ziel, die Nordostpassage zu erkunden. Nach dem Feststecken im Packeis entdeckte die Mannschaft Franz-Josef-Land, widerlegte die Theorie eines eisfreien Nordpolarmeeres und kartografierte erstmals Teile der Arktis. Die Expedition inspirierte später Christoph Ransmayrs Roman „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ (1984), der menschliche Hybris und Naturgewalten thematisiert, sowie Harrie Janssens Komposition für Blasorchester, die die dramatischen Ereignisse musikalisch umsetzt. Beide Werke zeigen, wie historische Ereignisse durch Literatur und Musik neu interpretiert werden.

(© musicainfo.net)

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Programmnotizen *: Ergänzungstext

Die Österreichisch-Ungarische Nordpolexpedition 1872–1874 und ihre kulturelle Rezeption

Die Österreichisch-Ungarische Nordpolexpedition unter der Leitung von Carl Weyprecht und Julius von Payer zählt zu den bedeutendsten, aber auch dramatischsten Unterfangen der Polarforschung des 19. Jahrhunderts. Mit dem Segeldampfer „Admiral Tegetthoff“ brach die 24-köpfige Besatzung im Juli 1872 von Bremerhaven auf, um die Nordostpassage zu erkunden und die Existenz eines vermeintlich eisfreien Nordpolarmeeres zu überprüfen. Die Expedition, die bis 1874 dauerte, endete zwar nicht mit der Entdeckung einer Schifffahrtsroute, doch ihre Ergebnisse prägten die wissenschaftliche Erforschung der Arktis nachhaltig.

Der Verlauf der Expedition war von extremen Bedingungen geprägt. Bereits im August 1872 blieb das Schiff nördlich von Nowaja Semlja im Packeis stecken und driftete monatelang mit den Eismassen. Während dieser Zeit entdeckte die Mannschaft am 30. August 1873 eine bisher unbekannte Inselgruppe, die sie zu Ehren des österreichischen Kaisers Franz Joseph I. „Franz-Josef-Land“ nannte. Die erste betretene Insel wurde nach dem Hauptförderer der Expedition, Graf Wilczek, „Wilczek-Insel“ getauft. Nach zwei Überwinterungen im Eis musste die Besatzung das Schiff im Mai 1874 aufgeben. Die Rückkehr gelang über eine beschwerliche 90-tägige Schlittenreise und eine anschließende Bootsfahrt bis zur eisfreien See.

Die wissenschaftliche Bedeutung der Expedition lag vor allem in der Widerlegung der Theorie eines eisfreien Nordpolarmeeres. Zudem kartografierte die Mannschaft erstmals Teile des Franz-Josef-Landes, und Julius von Payer betrat mit Kap Fligely den nördlichsten Punkt Eurasiens. Carl Weyprecht, der nach der Rückkehr die Notwendigkeit fester Forschungsstationen in der Arktis betonte, gab damit den Anstoß für die Internationalen Polarjahre, die ab 1882 weltweit koordinierte Forschungsprojekte in den Polargebieten initiierten.

• Literarische Rezeption: Christoph Ransmayrs „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“

Über ein Jahrhundert später inspirierte die Expedition den österreichischen Schriftsteller Christoph Ransmayr zu seinem Roman „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ (1984). Ransmayr verknüpft darin die historischen Berichte der Expedition mit einer fiktiven Erzählung: Im Mittelpunkt steht Joseph Mazzini, ein erdachter Nachfahre eines Expeditionsteilnehmers, der sich auf die Spuren der verhängnisvollen Reise begibt. Der Roman thematisiert die menschliche Hybris, die unberechenbaren Naturgewalten der Arktis und die psychologischen Abgründe einer Expedition, die zwischen wissenschaftlichem Ehrgeiz und existenziellem Überlebenskampf schwankte. Ransmayrs Werk gilt als literarische Verarbeitung des Scheiterns und der Mythenbildung um die Polarforschung. Es verbindet historische Fakten mit poetischer Verdichtung und reflektiert über die Grenzen menschlicher Erkenntnis und Kontrolle.

Musikalische Adaption: Harrie Janssens Komposition für Blasorchester

Die kulturelle Rezeption der Expedition setzt sich auch in der Musik fort. Der niederländische Komponist Harrie Janssen schuf die Komposition „De Verschrikkingen van het ijs en de Duisternis“ (niederländisch für „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“) für Blasorchester. Das Werk entstand anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Gelders FanfareOrkest und basiert auf Ransmayrs Roman. Janssens Komposition übersetzt die dramatischen Ereignisse der Expedition in musikalische Bilder: Die Kälte, die Isolation und die Überlebenskämpfe der Besatzung werden durch dissonante Harmonien, rhythmische Unruhe und atmosphärische Passagen dargestellt. Das Stück ist für Kunststufenblasorchester konzipiert und eignet sich besonders für konzertante Aufführungen, die historische Themen aufgreifen.

• Verbindung zwischen Expedition, Roman und Komposition

Die Österreichisch-Ungarische Nordpolexpedition bildet somit das historische Fundament für Ransmayrs Roman und Janssens Komposition. Während der Roman die psychologischen und existentiellen Dimensionen der Expedition erkundet, setzt die Komposition diese in akustische Erlebniswelten um. Beide Werke zeigen, wie historische Ereignisse durch Literatur und Musik neu interpretiert und für ein modernes Publikum zugänglich gemacht werden. Gemeinsame Motive wie Isolation, Naturgewalt und menschliche Grenzen verbinden die Expedition mit ihrer kulturellen Rezeption. Was zunächst als wissenschaftliches Scheitern galt, wurde durch Ransmayr und Janssen zu einem Symbol für die Auseinandersetzung mit dem Unbekannten und den Abgründen der menschlichen Existenz.

• Die Nordpolexpedition von Payer und Weyprecht ist nicht nur ein Meilenstein der Polarforschung, sondern auch ein kulturelles Phänomen, das bis heute nachwirkt. Während die historischen Berichte der Expedition wissenschaftliche Erkenntnisse lieferten, eröffneten Ransmayrs Roman und Janssens Komposition neue Perspektiven auf die menschlichen und künstlerischen Dimensionen dieses Abenteuers. Beide Werke belegen, wie Geschichte durch Literatur und Musik lebendig bleibt und immer wieder neu gedeutet wird. •

Text: © musicainfo.net (KI)

Quellen/Sources:
Wikipedia: Österreichisch-Ungarische Nordpolexpedition
Alfred-Wegener-Institut: Carl Weyprecht und das Internationale Polarjahr
Eisexpeditionen-Blog / Fischer Verlage: Christoph Ransmayr – „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“

Tags:

Seefahrt und Schiffe

Zeitgeschichte und historische Ereignisse
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